Overhoff und die Tortentheorie

Ganz ohne das Thema „Essen“ schafft es Jürgen Overhoff, der selbsternannte Gourmetpapst des  Main-Echos wohl nicht mehr. Doch bevor ich auf seine bescheuerte Tortentheorie eingehe, frage ich erst mal, welche journalistische Sau er mit seinem Aschaffenburger Streifzug in der Ausgabe vom 12.7. durchs Dorf zu treiben gedenkt? Unter der Überschrift „Das Mehr in uns“ schreibt er völlig zusammenhangslos über „die gierige Natur des Menschen“, über den „Defekt der Gattung“ Mensch, über „Macht besoffene Politiker“, über „Sexus“, „Polygamie“ und “die Kultur des Seitensprungs“, um dann plötzlich bei mir zu landen.

Geht‘s noch, Jürgen? Zu viel Molekularküche intus? Wie wäre es denn mit journalistischen Hausaufgaben, Recherche, Untersuchung, Nachfragen und Nachhaken? Zu mühsam mit vollem Bauch? Ist es nicht Aufgabe von Lokalredakteuren, der Politik auf die Finger zu schauen und eventuelle Fehlentwicklungen auch als solche zu benennen? Korrumpiert die tägliche Nähe des Lokaljournalisten zu den Entscheidern in der Stadt nach und nach das kritische Denken, aus Angst, bei Missgefallen vom Informationsfluss abgeschnitten zu werden?
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