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	<title>Colos-Saale Lästereien</title>
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	<description>Claus Berninger schreibt über Gott und die Welt</description>
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		<title>Ein Weckruf aus der Bayern-Haupstadt</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jul 2012 11:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Beitrag, der hier an dieser Stelle stand, habe ich heraus genommen. Der Colos-Saal wurde verbal und sehr unsachlich angegriffen, ich hatte mit einer Glosse gekontert. Mittlerweile hat sich der Angreifer bei uns entschuldigt, zwar nicht in aller Form, aber immerhin. Damit ist die Sache erledigt. Wir wollen nicht nachtragend sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den Beitrag, der hier an dieser Stelle stand, habe ich heraus genommen.</strong></p>
<p>Der Colos-Saal wurde verbal und sehr unsachlich angegriffen, ich hatte mit einer Glosse gekontert. Mittlerweile hat sich der Angreifer bei uns entschuldigt, zwar nicht in aller Form, aber immerhin. Damit ist die Sache erledigt. Wir wollen nicht nachtragend sein.</p>
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		<title>Halt die Klappe, Kalli!</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2012 07:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, Karl-Heinz Stegmann, das kennen wir alles! Ist gut! Toll! Der Redebeitrag unseres Aschaffenburger SPD Stadtrats im letzten Stadthallensenat wird heute im Main-Echo wie folgt zusammengefasst: „Es sei von Anfang an klar gewesen, dass sich die Stadthalle nicht kostendeckend betreiben lasse – ihr Defizit liege denn auch im Rahmen der gewünschten Obergrenze von 250 000 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, Karl-Heinz Stegmann, das kennen wir alles! Ist gut! Toll!</p>
<p>Der Redebeitrag unseres Aschaffenburger SPD Stadtrats im letzten Stadthallensenat wird heute im Main-Echo wie folgt zusammengefasst: „Es sei von Anfang an klar gewesen, dass sich die Stadthalle nicht kostendeckend betreiben lasse – ihr Defizit liege denn auch im Rahmen der gewünschten Obergrenze von 250 000 Euro.“ Das hören wir Steuerzahler jedes Jahr von ihm und anderen Mitgliedern des Stadtparlaments, und somit ist das nichts Neues. Man muss wissen, dass das Gesamtdefizit des Kongress- und Touristikbetriebes, zu dem die Stadthalle gehört, im letzten Jahr insgesamt ein Loch von einer Million in der Stadtkasse hinterlassen hat – auch das ist Jahr für Jahr in etwa Standard.</p>
<p>Aber dieses Jahr geht Kalli Stegmann noch einen Schritt weiter und meint; „Schon gar nicht ließen sich Tourismuswerbung und Stadtmarketing zum Nulltarif leisten.“ Und dann wörtlich: <strong>„In Aschaffenburg wäre nichts los, wenn wir diese Million nicht ausgeben würde.“</strong></p>
<p>Und da fühlt man sich als Veranstalter dann doch langsam provoziert.<span id="more-186"></span></p>
<p>Um die 250 Veranstaltungen jährlich im Colos-Saal ohne einen Cent städtischer Gelder, ca. 160 Veranstaltungen im Kabarett am Hofgarten und nur lächerliche 16.000,- Euro Jahreszuschuss, in ähnlicher Zahlendimension Veranstaltungen im Stadttheater, jede Menge nicht subventionierte Auftritte im Jukuz, in den privaten Theatern, ganz zu schweigen von den Kulturbeiträgen der Schulen, weiterer Veranstalter, von engagierten Privatleuten und der vielen Vereine.</p>
<p>Daher Karl-Heinz, mach die Augen auf in Deiner Stadt. Nimm vielleicht mal das Kulturmagazin Brot &amp; Spiele zur Hand. Oder wirf einen Blick auf die Veranstaltungsvorankündigungen in der Tageszeitung und in den Stadtmagazinen. Auch wenn wir alle Dich selten auf unseren Events sehen, das Lesen würde wirklich helfen.</p>
<p>Und für die Zukunft rate ich Dir bei dem Thema, bevor Du Dich weiterhin öffentlich blamierst: „Halt die Klappe, Kalli!“ Oder geh halt mal wieder aus in der Stadt, für die Du im Rat sitzt.</p>
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		<title>MdL im „rechtsfreien Raum“</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Feb 2011 16:51:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Toll: da nimmt jemand seine Mission richtig ernst. Prof. Dr. Winfried Bausback, bayerischer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der CSU Stadtratsfraktion in Aschaffenburg hat sich gestern die Nacht um die Ohren geschlagen. Sozusagen als „embedded politician“ war er bis in die frühen Morgenstunden im Streifenwagen unterwegs &#8211; im „rechtsfreien Raum“, wie sein Stadtratskollege Manfred Christ die Innenstadt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Toll: da nimmt jemand seine Mission richtig ernst. <strong>Prof. Dr. Winfried Bausback</strong>, bayerischer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der CSU Stadtratsfraktion in Aschaffenburg hat sich gestern die Nacht um die Ohren geschlagen. Sozusagen als „embedded politician“ war er <strong>bis in die frühen Morgenstunden im Streifenwagen unterwegs</strong> &#8211; im „rechtsfreien Raum“, wie sein Stadtratskollege Manfred Christ die Innenstadt in den Nächten des Wochenendes bezeichnet. Unbewaffnet, das sei hier erwähnt.</p>
<p>Was war Anlass dieser Expedition in die Abgründe der menschlichen Gesellschaft? Was steckt dahinter? War es immer schon Bausbacks Jugendtraum, einen Polizeiwagen zu steuern, so wie andere Jungs es sich sehnlichst wünschen, einen Bagger zu fahren? Wollte er mal mit Begleitschutz in die Szene eintauchen? Wollte er der 5. Jahreszeit entsprechend einen Sheriff geben? Nein, alles Blödsinn. Erstens war er Augenzeugen zufolge in zivil unterwegs und zweitens hat er beispielsweise im Colos-Saal <span style="text-decoration: underline;">keinen Eintritt</span> bezahlt, als er gemeinsam mit zwei Polizeibeamten heute Nacht gegen 2.30 Uhr unsere Veranstaltung besuchte. Vielleicht sind die Abgeordneten-Diäten doch nicht so üppig, wie der Laie immer denkt?<span id="more-164"></span></p>
<p>Wir dürfen ihm auch nicht unterstellen, dass er einfach mal in Erfahrung bringen wollte, um was es sich bei der Party mit dem merkwürdigen Namen handelt, in die er geriet. Es liegt sicher nicht daran, dass er gedankliche Verbindungen zwischen dem rechtsfreien Raum und den „Gören &amp; Rabauken“ im Colos-Saal zieht. Das wäre ja albern! Zumal er ja eine ganze Schicht mit fuhr und überall mal nach dem Rechten sah, wo es brannte. Falls es brannte. Ob er auch mal richtig kräftig mit hin gelangt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.</p>
<p>War es nun ein Polizei-Praktikum, weil er sich demnächst beruflich verändern will? Braucht man das neuerdings, wenn man Oberbürgermeister werden will? Traut er als wichtiger Politiker der Polizei vor Ort nicht? Hat er einen Kontrollauftrag des Bayerischen Landtags, der doch so weit weg ist? Ist er im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung unterwegs, um die Folgen der Polizeireform vor Ort zu eruieren?</p>
<p>Oder ist er vielleicht mittlerweile drauf gekommen, dass es gar nicht so gut in der denkenden Öffentlichkeit ankommt, wenn man überwiegend entlang der Prima-Sonntag-Berichterstattung argumentiert und bei CSU-Veranstaltungen Wandtafeln mit deren Artikeln über die kriminellen Vorkommnisse in den Aschaffenburger Nächten voll hängt? Das könnte es sein: wo doch neuerdings weder dem Ordnungsamt, schon gar nicht seinem widerspenstigen Leiter Lothar Hinzer noch den Polizeistatistiken zu trauen ist, und die CSU völlig alleine gelassen wird bei den Bemühungen „die soziale Kontrolle im städtischen Raum zurückzugewinnen“. Bevor alles zu spät ist!</p>
<p>So war er nun als Einzelkämpfer für Recht und Ordnung als dritter Mann im Streifenwagen unterwegs und Augenzeuge der nächtlichen Dramen. Alleingelassen von seiner Partei, deren Lust sichtlich bröselt, wie man hört, sich auf Dauer mit einer Sperrzeitverlängerung bei ihren jungen Wählern unbeliebt zu machen. Eine Sperrzeitverlängerung wohlgemerkt, welche selbstverständlich nicht „das Ausgehverhalten rechtstreuer Bürger“ reglementieren soll. Nun also Bausback als einsamer Kämpfer gegen „Lärm, Gewalttaten und Vandalismus“, der Feldforschung betreibt, um seine Ziele endlich auch mit Fakten zu untermauern.</p>
<p>Daher: zieht Euch warm an, Genossen, Grüne, Liberale im Stadtrat! Bausback ist der Wahrheit verpflichtet und hat endlich die Nacht erlebt, so wie sie ist. Dunkel, geheimnisvoll und unberechenbar. Er war am Puls des Geschehens und wird seinen Antrag im Stadtratsplenum Anfang April mit Selbsterlebtem  ausschmücken, dass Euch Hören und Sehen vergeht. Jetzt, nachdem er durch Absetzung seiner beiden ersten Anträge noch einmal Zeit gewonnen hat und jetzt, nachdem er selbst mal erlebt hat, wovon er schon seit Wochen redet, wird es heißen: Fakten, Fakten, Fakten! Wollen wir doch mal sehen! Ich bin richtig stolz auf meinen Abgeordneten!</p>
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		<title>&#8230; sehr leicht durchschaubar</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 08:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein interessanter Beitrag zur aktuellen Diskussion um die künftige Länge der Sperrzeiten in Aschaffenburg ist in Facebook nachzulesen. Alfred Rudolf Höfer, Rentner und seines Zeichens Kassierer der CSU Ortsverband Aschaffenburg Damm offenbart ungeniert seine Geisteshaltung und möglicherweise die seiner örtlichen Parteikollegen zum Thema. Schreibfehler und die Interpunktion stammen von ihm und ich nehme den Beitrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein interessanter Beitrag zur aktuellen Diskussion um die künftige Länge der Sperrzeiten in Aschaffenburg ist in Facebook nachzulesen. <strong>Alfred Rudolf Höfer</strong>, Rentner und seines Zeichens <strong>Kassierer der CSU Ortsverband Aschaffenburg Damm</strong> offenbart ungeniert seine Geisteshaltung und möglicherweise die seiner örtlichen Parteikollegen zum Thema.</p>
<p>Schreibfehler und die Interpunktion stammen von ihm und ich nehme den Beitrag unverändert hier in diesen Blog auf. Wer ihn kommentieren möchte, immer gerne!</p>
<p><em>„Sperrstunde 02:00h in AB?<br />
Rechte und Freiheiten des Einzelnen enden dort, wo die Rechte und Freiheiten der Anderen beginnen.<br />
Die Rechte der Bürgen auf Nachtruhe, ungestörte Erholung und damit auf Gesundheit soll durch das Recht auf überschäumenden Genuss und Lebensfreude sowie Trunkenheit, Drogenkonsum und alle anderen negativen Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Körperverletzung und Vandalismus eingeschränkt sein?</em></p>
<p><em>Nur weil andere in dieser Nachtzeit sehr viel Geld verdienen wollen; Kindern und Jugendlichen Alkohol und Drogen verkaufen ohne das Jugendschutzgesetz zu beachten sollte das Recht zu feiern nicht das Recht auf Gesundheit übertrumpfen.</em></p>
<p><em>Auch sollten Gastwirte aus Verantwortung für unsere Gesellschaft und ihre Gäste nicht den Gewinn über alles stellen. Ihr Protest gegen die Sperrstundenverlängerung ist sehr leicht durchschaubar.“</em></p>
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		<title>… ins Knie geschossen!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 20:37:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer Ärger mit der Sperrstunde? Um es vorweg zu nehmen: Ja, es gibt Probleme des Nachts am Wochenende in der Aschaffenburger Innenstadt. Ja, es gibt zu viel Müll, es gibt unnötigen Lärm, es gibt Leute die weder ihren Alkoholkonsum noch ihre Verdauung im Griff haben. Ja, es gibt auch üble Gewalt, sinnlose Randale und zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Immer Ärger mit der Sperrstunde?</em></strong></p>
<p>Um es vorweg zu nehmen: <strong>Ja, es gibt Probleme des Nachts am Wochenende in der Aschaffenburger Innenstadt.</strong> Ja, es gibt zu viel Müll, es gibt unnötigen Lärm, es gibt Leute die weder ihren Alkoholkonsum noch ihre Verdauung im Griff haben. Ja, es gibt auch üble Gewalt, sinnlose Randale und zu viele besoffene Jugendliche in den Straßen. Ja, es gibt die dunklen Randerscheinungen des menschlichen Zusammenlebens und ich verstehe alle Anwohner, die davon genervt sind.</p>
<p><strong>Wen ich nicht verstehe</strong>, sind diejenigen Anwohner, die maßlos übertreiben, gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen öffentlich hetzen, insbesondere gegen Jugendliche oder Gaststätten- bzw. Veranstaltungsbesucher, alles über einen Kamm scheren und gar nicht mehr bereit sind, zu differenzieren. Obwohl sie doch Wochenende für Wochenende Logenplätze haben und Augenzeugen dafür sind, dass sich tausende Menschen, die möglicherweise einen anderen Lebensrhythmus und sicher ein anderes Lebensgefühl haben, gutgelaunt und völlig gefahrlos nachts durch die Straßen der Stadt bewegen, sich dort amüsieren, ihre Freunde treffen, Kultur- und Unterhaltungsangebote wahrnehmen und völlig unbeschadet wieder nach Hause gelangen.</p>
<p><strong>Das genau könnte auch unser ehemaliger CSU-Landtagsabgeordneter und Nochimmerstadtrat Manfred Christ sehen</strong>, wenn er aus den Fenstern seines Domizils in der Sandgasse schauen würde. Aber was sieht er? „Lärm-, Vandalismus- und Kriminalitätsprobleme.“ Nach Mitternacht sei die „Innenstadt ein rechtsfreier Raum“, behauptet er gegenüber dem Main-Echo, die Leute „pinkeln, grölen und randalieren“. Es gäbe „bis zu 50 Vorfälle an einem Wochenende“ wenn man sich die Einsatzberichte der Polizei durchlese. Mal abgesehen davon, dass er dies nun schon seit knapp 30 Jahren behauptet, habe ich persönlich das Gefühl, dass er wirklich nicht mehr weiß, was er damit der Stadt, ihren Bewohnern und ihren Besuchern antut. Wie müssen sich die Aschaffenburger Ordnungs-und Polizeibehörden fühlen, wenn sie so etwas lesen, wenn sie sozusagen als Versager dastehen, obwohl sie nach meiner langjährigen Beobachtung einen ziemlich guten Job machen? Was tut Manfred Christ dem Stadtmarketing an, das Aschaffenburg den Touristen als lebhafte Kommune voller Angebote mit hohem Lebens- und Unterhaltungswert anzupreisen versucht? Welches vernichtende und menschenfeindliche Urteil spricht er hier aus über all die Menschen, die sich friedlich in der Stadt bewegen? Und was versteht dieser Mensch von hart arbeitenden Unternehmern und Mitarbeitern in der Gastronomie, was versteht er überhaupt von wirtschaftlichen Zusammenhängen, wenn er die Chuzpe besitzt, in einem Zeitungsinterview zu verlangen, das gastronomische Geschehen „in die Industriegebiete“ zu verlagern und den Kneipiers das „notwendige Übel“ abverlangt, „eben kostengünstiger“ zu „wirtschaften“. Hallo? Geht‘s noch? Hat man ihn in den Stadtrat gewählt um Existenzen und Arbeitsplätze zu vernichten?<span id="more-140"></span></p>
<p>Aber das jahrzehntelange Miesmachen der Stadt und ihrer Bewohner, die Antipathie gegenüber allem was jung und junggeblieben ist, gegenüber allem, was seinen kulturellen Horizont übersteigt – an dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass Manfred Christ ein passionierter Karnevalist ist, der an den tollen Tagen auch sehr gerne hart am eigenen Alkoholpegel arbeitet – es hat gefruchtet. Er hat seine Parteikollegen dazu gebracht, einen Antrag zu stellen, „flächendeckend“ alle Kneipen und Clubs am Wochenende wesentlich früher dicht zu machen. <strong>Und er schießt damit der örtlichen CSU so gewaltig ins Knie, wie es noch keiner vor ihm in Aschaffenburg fertig gebracht hat – so zumindest meine persönliche Prophezeiung.</strong></p>
<p><strong>Wollte die CSU das Thema still und leise im Stadtrat einbringen?</strong> Wenn ja, ist das gründlich schief gegangen. Aber so blöd sind die Partei und ihr mutmaßlicher Oberbürgermeister-Kandidat Winfried Bausback wirklich nicht, als dass sie nicht hätten ahnen müssen, dass sich das junge und aktive Aschaffenburg nicht kampflos sein Freizeitvergnügen und Ausgehverhalten diktieren lässt. Ja ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass die meisten aktiven Menschen, die gerne ausgehen, ob jung oder alt, dies als schweren Eingriff in ihre persönliche Freiheit ansehen würden, dass sie darüber leidenschaftlicher streiten mögen als über wesentlich wichtigere Dinge in dieser Welt, die aber vermeintlich nicht zu ändern sind.</p>
<p>Daher stellen sich im Moment die Fragen: Haben Bausback und Co. den Sprengstoff  unterschätzt, der in ihrem Antrag enthalten ist? Hat die CSU überhaupt ihre eigenen Leute gefragt oder ist der Vorstand einfach mal ohne Absprachen vorgeprescht? Oder ist es wirklich so simpel, wie es die politischen Gegner und die Presse vermuten und Bausback wollte mit einem öffentlich wirksamen Thema, mit Kanonendonner seinen Wahlkampf eröffnen?</p>
<p><img class="ngg-singlepic ngg-left alignleft" style="margin: 10px; border: 0px none;" src="http://blog.colos-saal.de/wp-content/gallery/neu/demontage_csu.jpg" alt="demontage_csu" width="200" height="266" />Gestern offenbarte sich das das Dilemma vor geschätzten hundert Augenzeugen. Die CSU lud ein zur <strong>„Bürgerversammlung“</strong> unter dem Motto „Längere Sperrzeit – effektives Mittel gegen Alkoholmissbrauch, Gewalttaten, Ruhestörung und Vandalismus?“ und es kamen überraschend viele Menschen aller Altersklassen. Doch möglicherweise waren es aus Sicht der CSU die Falschen. Die Gegner der Sperrzeitverlängerung hatten über Facebook mobil gemacht und hatten sich auf die Thematik vorbereitet. Ganz im Gegensatz zur CSU. Es stellte sich schnell heraus, dass die Partei ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatte und einem Bauchgefühl oder der ewigen Nörgeleien Manfred Christs folgend ins Blaue geschossen hat.</p>
<p><strong>Es gab keine Zahlen zur aktuellen Situation.</strong> Weder wusste die CSU, wie viele Kneipen und Clubs tatsächlich ihre Läden nach 2 Uhr offen halten (dies wird gerade erst vom Aschaffenburger Ordnungsamt ermittelt), noch hatte man bei der Polizei aktuelle bzw. vergleichende Kriminalitätsstatistiken eingeholt (auch die werden erst erstellt und liegen bis zur Stadtratssitzung  Anfang März vor).  Lothar Hinzer, der Leiter des Aschaffenburger Ordnungsamtes, der darauf hinwies, dass es keine messbaren Zunahmen der Beschwerden seitens der Öffentlichkeit gibt, wurde von Winfried Bausback auf rüde Art und Weise mehrfach unterbrochen und abgekanzelt. Die eigene Parteijugend kam gar nicht zu Wort oder wollte keine Stellung beziehen. Mit den Gaststättenbetreibern war im Vorfeld nicht gesprochen worden, von den Ordnungsbehörden wurde kein Urteil eingeholt.</p>
<p>Der eingeladene Referent, der Leiter der Polizeiinspektion Erlangen Stadt, berichtete stolz von statistisch gemessenen Erfolgen mit einer Sperrzeitverlängerung in seiner Heimatstadt. Aber jedem aufmerksamen Zuhörer wurde schnell klar, <strong>dass die in Erlangen lebenden 28.000 Studenten als potentielle Party People eine ganz andere Dimension von Nachtleben darstellen als das in dieser Hinsicht recht beschauliche Aschaffenburg vorzuweisen hat</strong>.  Außerdem gab der Referent zu, dass auch nach Einführung der rigideren Sperrzeit das Nachtleben in Erlangen munter weiter ging, denn 28 Clubs, Diskotheken, Jugendclubs, Gaststätten und Cafés, darunter auch zwei Großraumdiskotheken mit jeweils 2500 Personen Kapazität, bekamen hinterher auf Antrag ihre Nachtkonzession, müssen halt monatlich dafür zahlen. Offensichtlich hat man in Erlangen laut dem Referenten das sogenannte „flankierende Gewerbe“, sprich Imbissbuden, Dönerstände etc. mit dieser Maßnahme teilweise abgeschossen, möglicherweise somit auch Existenzen und Arbeitsplätze. Dies wurde aber nicht näher ausgeführt.</p>
<p>Bei der anschließenden „offenen Diskussion“ konnten sich die CSU-Mitglieder auf dem Podium mit Stellungnahmen aus ihrer Sicht nicht zurück halten. Schnell wurde deutlich, dass dies eben keine Bürgerversammlung <strong>sondern eine Parteiveranstaltung</strong> war, auf der uns Anwesenden die Sicht der CSU verkauft werden sollte.  Kritische Wortbeiträge aus dem Publikum wurden schnell unterbunden und abgewürgt, gelegentlich auch ausgesprochen unhöflich kommentiert. Der Diskussionsleiter Bausback war mit seiner Rolle sichtlich überfordert. Eine Moderation hat er weder versucht noch zustande gebracht. Eine geordnete Rednerliste ließ er nicht zu. Viele Anwesende kamen gar nicht zu Wort. Über Ursachen für Missstände und Fehlverhalten Einzelner diskutieren zu wollen, war den Veranstaltern offensichtlich zu kompliziert. Unerfahrene Redner wurden sichtlich bloßgestellt. Der von den Gegnern erwünschte und im Vorfeld abgesprochene sachliche Diskurs über das Thema war unter diesen Umständen einfach nicht möglich und es erhob sich zunehmend lautstarker Widerstand gegen dieses Verfahren. Viele Leute verließen resigniert vorzeitig den Saal. Winfried Bausback hatte immerhin noch das Gespür und beendete die Veranstaltung ziemlich abrupt, bevor ihm alles zu entgleiten drohte.</p>
<p>Für meinen Geschmack wesentlich interessanter waren die Gespräche am Rande der Veranstaltung. <strong>Drei CSU-Stadträte</strong>, die ich an dieser Stelle nicht outen möchte,  versicherten mir gestern Abend im Einzelgespräch, dass sie mit dem Vorpreschen ihrer Fraktionsführung <strong>überhaupt nicht einverstanden seien</strong> oder größte Bedenken bzgl. des überstürzten Vorgehens von Bausback hätten. Zusammen mit  Peter Schweickard, der gestern demonstrativ stumm auf dem Podium saß und sich bereits vor ein paar Tagen im Main-Echo öffentlich dazu geäußert hat, dass er „sich selbst etwas schwer damit“ tut, sind es nun  bereits vier CSU-Stadträte, die überhaupt nicht begeistert sind. Auch habe ich gestern aus berufenem Munde erfahren, dass es neue Ideen und endlich auch die entsprechende Personalausstattung im Aschaffenburger Jugendamt gibt, um künftig vermehrt an den Schulen das Thema Jugendschutz und Alkoholmissbrauch zu behandeln. Eigentlich im Umkehrschluss ein sehr deutlicher Hinweis, was bisher in Aschaffenburg nicht optimal lief. Aber auch das war nicht Thema der offiziellen Diskussion, obwohl es bestens gepasst hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was nun, CSU in Aschaffenburg?</strong> Wahlkampfauftakt vergeigt? Die Presse in Kontrastellung! Das junge Aschaffenburg aufgebracht? Erstaunlich viel Alte ebenso! Die eigenen Reihen nicht geschlossen? Die Verwaltung angepisst! Habt Ihr nicht mit den sozialen Netzwerken gerechnet, mit der Solidarisierung und Mobilisierung per Facebook, mit derzeit bereits 5000 Unterschriften von Gegnern Eurer Pläne in einer selbstverständlich rechtlich nicht wirksamen aber sehr deutlichen Online-Petition?  An die Netzwerkerei  solltet Ihr Euch schnell gewöhnen, denn es wird möglicherweise künftig auch die Kommunalpolitik etwas transparenter machen.</p>
<p>Auch wenn Ihr den Einstieg vergeigt habt, es gibt nach wie vor eine Menge Menschen im Städtchen, die gerne mit Euch diskutieren würden. Bei der Podiumsdiskussion zum gleichen Thema, welche das Main-Echo am 22.2. im Colos-Saal veranstaltet,  gibt es eine Möglichkeit, das Ganze besser zu machen.</p>
<p>Ja, es gibt Probleme. Ja, es gibt vielleicht auch Lösungsmodelle. Und vielleicht ist es außerhalb von öffentlichen Diskussionen mit den immer wieder kehrenden Schaufenster-Parolen von Partei-Funktionsträgern doch sachdienlicher, in kleineren Kreisen und unter Einbeziehung derjenigen, die sich tagtäglich als „Frontschweine“ mit der Problematik beruflich auseinandersetzen, zu reden und voneinander zu lernen. Mein Angebot steht nach wie vor, Herr Bausback. Aber ich weiß seit gestern gar nicht mehr, ob es Ihnen überhaupt darum geht.</p>
<p>Und wenn es doch noch zu einem Gespräch kommt, würde ich mich gerne mit Ihnen über ein paar <strong>„harte Themen&#8221;</strong> unterhalten. Über das <strong>gestörte Verhältnis von Politikern insbesondere aus der CSU zum Thema Alkohol</strong>. Insbesondere über feucht-fröhliche Bieranstiche. Über Wahlkämpfe in alkoholisch aufgeladenen Festzelten mit anbiedernden Maßkrügen auf Rednerpulten. Über eine legendäre Anti-Drogen-Diskussions-Veranstaltung der Hans Seidel Stiftung in meinem Colos-Saal, bei der zwei damalige Aschaffenburger CSU-Landtagsabgeordnete, einer sogar im Ministerrang, der andere in diesem Text bereits weiter oben unrühmlich erwähnt ,mit Biergläsern in der Hand über jugendlichen Drogenkonsum referierten – vor Jugendlichen! Über CSU-Landesminister, die öffentlich mutmaßen, dass man mit zwei Maß Bier noch fahrtüchtig sei.</p>
<p>Danach stünde <strong>auf meiner Themenliste</strong> die überstürzte Einführung von G8 verbunden mit Lehrermangel, was unseren Kids das Leben schwer macht. Wir könnten die überfrachteten Stundenpläne in unserem Freistaat diskutieren und welche Auswirkungen sie auf das Freizeitverhalten unserer Kinder hat, auf die Schwierigkeiten, die in Folge dessen auf die Jugendarbeit der Sportvereine zukam, die ganze Mannschaften verlieren, weil die Kids den Trainingsbetrieb zeitlich nicht mehr auf die Reihe kriegen. Ich würde gerne mit Ihnen über die schon lange fehlenden Schulsozialarbeiter reden, die möglicherweise deshalb nicht eingestellt werden können, weil die Bayerische Landesbank im Verbund mit der fast kompletten CSU-Parteispitze bei ihrem Hypo Alpe Adria Abenteuer Milliarden in den Satz gesetzt haben, die nun dringend im Staatshaushalt fehlen. Gerne auch über die Umstellung der Sportförderung vor ein paar Jahren, die die Vereinsfinanzierung und insbesondere die Jugendarbeit schwer getroffen hat.  Dazu gehört dann auch das Thema der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen: die steigenden Kosten der Vereine für Hallen- und Bädernutzung. Wir müssten auch über das fast undurchlässige bayerische Schulsystem reden, dem in allen Untersuchungen vorgeworfen wird, dass es eindeutig und vorrangig die Kinder finanzstarker Eltern bevorteilt und den sozialen Status von Kindern aus finanzschwachen Familien erst recht zementiert.</p>
<p>Und ganz am Ende, sofern bis dahin auch Zahlen der Ordnungsbehörden vorliegen, die einen Anstieg von Gewalt und Kriminalität nachweisen, rede ich mit Ihnen auch gerne über das Dampfablassen junger Menschen in ihrer Freizeit, über deren Alkoholkonsum und über die Notwendigkeit einer Sperrzeitverlängerung, Herr Landtagsabgeordneter.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Altmännergeschreibsel bei fallendem Testosteronspiegel</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 14:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Jürgen Schreiber, was war mit Dir los am 2. Mai? Ärger mit der Gattin zuhause? Beginnendes Burn-Out Syndrom? Aufkeimende Midlife-Crisis? Wolltest Du nun über die Musik der Gruppe Asia im Colos-Saal schreiben oder ein Abhandlung über Gerontologie in der Rockmusik? Fassen wir doch mal Deinen Artikel im Main-Echo Kulturteil zusammen: „Altherren-Riege in Augenblicks-Hitze.“ Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Jürgen Schreiber,</p>
<p>was war mit Dir los am 2. Mai? Ärger mit der Gattin zuhause? Beginnendes Burn-Out Syndrom? Aufkeimende Midlife-Crisis?</p>
<p>Wolltest Du nun über die Musik der Gruppe Asia im Colos-Saal schreiben oder ein Abhandlung über Gerontologie in der Rockmusik? Fassen wir doch mal Deinen Artikel im Main-Echo Kulturteil zusammen:</p>
<p><em>„Altherren-Riege in Augenblicks-Hitze.“ Der größte Erfolg der Band „liegt nun schon fast 30 Jahre zurück“. „Rockdinosaurier (…) nach dem Abstieg aus der Champions League des Musikbusiness (…) mit einem an Jahren nicht minder reifen Publikum.“ „John Wettons Stimme (hat) in fast 40 Jahren Karriere nur wenig an Timbre und Ausdruckskraft eingebüßt, auch wenn der in die Jahre gekommene einstige Frauenschwarm physiognomisch inzwischen eher wie der Zwillingsbruder von Gunter Gabriel herüberkommt.“ „Der spindeldürre Ex-Yes-Gitarrero Steve Howe versprüht (…) seit jeher den Charme eines Bestattungsunternehmers, wozu die inzwischen schlohweiß-schüttere Haarpracht ihr Übriges tut.“ „Unter Vierzigjährige hatten sich an diesem Abend kaum in den Colos-Saal verirrt – und wenn, dann dürften sie sich wie bei einem Seniorentanztee im vierten Gang vorgekommen sein.“ Es darf bezweifelt werden, „dass es noch ein weiteres Mal Gelegenheit geben wird, die betagten Recken dahier live zu erleben.“</em></p>
<p>Tja Jürgen, was hast Du eigentlich erwartet?<br />
<span id="more-127"></span>Rechne doch mal! Die Rockmusik ist nun gute 55 Jahre alt. Elvis wäre 75 und Chuck Berry ist heute 84. Alle Woodstock-Pilger und 68er haben die Rentengrenze überschritten oder machen das in Kürze. Auch Du, Jürgen, scheinst mir nicht mehr der Frischeste zu sein und wirst wohl demnächst eine 5 ganz vorne stehen haben. Und doch bist Du ein gestandener Rocker, der sich durchaus auskennt. Jetzt aber Hand aufs Herz, man wird ja nicht jünger: Wirst Du uns, der internationalen Community der Altrocker, irgendwann untreu werden? Wirst Du künftig Mozart hören oder Karl Moik gucken? Kaufst Du Dir mit 60 New Age-Music oder heimlich Deutsche Schlager?</p>
<p>Und was machen wir beide und die vielen Asia-Fans in ein/zwei Jahrzehnten beim Seniorentanztee? Wünschen wir uns beim DJ „Oh Du schöner Westerwald“ oder rocken wir mit Rollator bei „Smells like Teen Spirit“, „I can’t get no Satisfaction“ und „Heat of the Moment“. Gute Frage, oder?</p>
<p>Laut Focus Online verlieren Männer ab 30 jährlich etwa ein Prozent ihrer Fähigkeit, Testosteron zu produzieren, dies mit fatalen Folgen: Du, Jürgen, ich und alle anderen Männer werden einstige Frauenschwärme mit schlohweiß schütterer Haarpracht und ebenso betagte Recken. Insofern hast Du in Deinem Artikel eigentlich nur Binsenweisheiten an Deine Leser verkauft. Sprich: wir alle werden täglich älter, Rockmusiker auch. Toll!</p>
<p>Aber lass uns die Geschichte doch mal anders angehen: Warum gehen denn eigentlich mittlerweile zur klammheimlichen Freude der Musikindustrie immer mehr reifere, angejahrte, graumelierte Fans in Rockkonzerte? Warum ist das Live-Geschäft mit Rockbands so attraktiv für ein Massenpublikum jenseits des Twen-Alters geworden? Warum pilgern 30er, 40er, 50er und 60er zu saulauten Musikevents in überfüllte Hallen und Clubs, rocken dort zwei Stunden ab und genießen das am Ende auch noch?</p>
<p>Weil es geil ist, lieber Jürgen! Laut, warm, stickig, viele Menschen beiderlei Geschlechtes, große Emotionen, good vibrations, Spaß, Freiheit, Freizeit, Lust und vor allen Dingen: unsere Musik, unsere Erinnerung und unsere Gegenwart. Das verhindern auch keine starken, prozentualen Testosteronverluste. Und da ist noch was, liebe Kulturredakteure, die ihr so gerne über das „reifere Publikum“ und „angegraute Künstler“ schreibt: nach bald 60 Jahren Rockmusik hat es sich vielleicht nicht in Eurer Berufsgruppe, aber bei vielen Musikinteressenten herum gesprochen, dass beispielsweise ein 50 jähriger Musiker ziemlich genau 30 Jahre mehr Zeit hatte, zu üben, als ein 20 Jahre alter, derzeit angesagter Rockstar. Und wenn ersterer sich in seiner Musikerlaufbahn nicht die Leber weggesoffen und das Hirn heraus gekifft hat, spielt der schlicht und einfach wesentlich besser als zu seinen vermeintlichen Glanzzeiten. Und ehrlich gesagt ist mir in dem Zusammenhang die Frisur des Musikers völlig schnuppe. Manchmal hilft es dem Redakteur durchaus bei seiner Konzertberichterstattung ein wenig zuzuhören, statt die Falten in den Gesichtern der Fans zu zählen.</p>
<p>Jürgen Schreiber, jetzt überleg doch mal. „Müssen“ die alten Bands „landauf, landab durch die Clubs tingeln“? Oder stehen die vielleicht sogar drauf? Stell Dir doch einfach mal vor, Du zeigst Deine ureigenen kreativen Ideen jeden Abend – egal wo Du auf der Welt hinkommst &#8211; vor Hunderten entzückter Fans, die Dich feiern und steckst dabei noch jeden Abend den Monatslohn eines Lokalredakteurs in die Tasche der ausgebeulten Jeans.  Könnte Dich das eventuell reizen? Sowas hebt durchaus auch wieder den Testosteronspiegel, zumindest fühlt es sich so an, vermute ich.</p>
<p>Und jetzt bin ich wirklich sehr auf Deine nächsten Artikel gespannt!</p>
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		<title>Pracht und Glaube -</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 17:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[eine Aschaffenburger Ausstellung - wird in dem unten abgebildeten Main-Echo Artikel vom 30.1.2010 mit der Überschrift „Stiftsschatz als Besuchermagnet“ thematisiert. Der Zeitungsbericht wurde damals weder kommentiert, noch folgten ihm irgendwelche Leserbriefe. Die Zahlen in dem Artikel sind aber so schön, dass ich im Folgenden den Bericht ein wenig umgeschrieben (und gleich auch kommentiert) habe. Prächtige Zahlen … … [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>eine Aschaffenburger Ausstellung - wird in dem unten abgebildeten Main-Echo Artikel vom 30.1.2010 mit der Überschrift „Stiftsschatz als Besuchermagnet“ thematisiert. Der Zeitungsbericht wurde damals weder kommentiert, noch folgten ihm irgendwelche Leserbriefe. Die Zahlen in dem Artikel sind aber so schön, dass ich im Folgenden den Bericht ein wenig umgeschrieben (und gleich auch kommentiert) habe.</p>
<h3>Prächtige Zahlen …</h3>
<p>… hat der Kultur- und Schulsenat der Stadt Aschaffenburg bei seiner letzten Sitzung anstandslos geschluckt. Es ging um die Ausstellung „Pracht und Glaube“ und den hierzu fertig gestellten Umbau des Siftsmuseums. Im Glauben an die problemlose Korrekturfähigkeit vorhandener Finanzplanungen ist man doch gleich mal um etwa 100.000,- Euro übers Ziel hinaus geschossen (&#8220;unerwartete Mehrkosten&#8221;). 150.000,- Euro wurden für die Aktion vor einem Jahr bewilligt, 250.000,- wurden aber ausgegeben.<span id="more-108"></span></p>
<p>Bei der ursprünglichen Planung hatte man offensichtlich nicht an die sachgemäße Sicherung des Cranach Altars gedacht (22.000,- Mehrkosten), außerdem kam man während des Baus darauf, dass man für 15.000,- die Decke des Gemälderaums um 60 cm anheben könne, um „die ursprüngliche Situation“ hin zu kriegen. 15.000,- fehlten, weil der Bezirk mit seiner Kulturstiftung nicht ganz so spendabel war, wie vorgesehen. Und sage und schreibe 46.000,- Euro für die Öffentlichkeitsarbeit, sprich Werbekosten,  hat man bei der ursprünglichen Planung komplett vergessen.</p>
<p>Diese Werbekosten haben sich dann aber wirklich gelohnt, ist es doch gelungen, in drei Monaten 3600 Besucher anzulocken, die bereit waren insgesamt 4319,- Euro Eintritt zu zahlen. Gut 46 Besucher also pro Öffnungstag, dies gegenüber 10 Besuchern pro Öffnungstag im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit anderen Worten: 12,77 Euro hat den Steuerzahler jeder der 3600 Besucher alleine an Werbeausgaben gekostet. 1,20 Euro hat jeder Besucher im Schnitt Eintritt bezahlt (wie das bei einem reduzierten Eintrittspreis von 1,50 Euro funktioniert, wurde nicht diskutiert) und somit ein Zehntel des Aufwands zurückgezahlt. Ein Besuchermagnet also!</p>
<p>Wie macht es nun eine Verwaltung, 100.000,- Euro Mehrkosten aus Planungsfehlern zu verdauen? Da gibt es im Kulturbereich willige Spender, die unter die Arme greifen: 35.000,- kommen von der knauserigen Kulturstiftung des Bezirkes Unterfranken, 10.000,- von der Sparkasse (sitzt da nicht der OB im Verwaltungsrat?), 12.000,- von der AVG (auch da hat die Stadt ein Wörtchen mitzureden), 20.000,- vom Förderkreis Stadtmarketing (ist da nicht der OB Vorstand?) und 17.000,- aus kirchlichen Kreisen (kein Wunder bei dem Motto „Pracht und Glaube“). Und der Rest? Dazu gibt es „Mittel des Nachtragshaushaltes“, ganz einfach!</p>
<p>Das Ganze könnte noch teurer werden. Museumsleiter Dr. Thomas Richter will „jetzt … die überregionale Werbung für die Pracht und Glaube-Schau intensivieren“, räumt aber ein, „dass das Interesse in den kommenden Monaten nachlassen werde, wenn die erste Neugier gestillt“ sei.<br />
Und wie steht das Kontrollorgan unserer Verwaltung, in diesem Falle die Mitglieder des Kultur- und Schulsenats, zu diesem Zahlenwust? Vermutlich halten sie diese Aktion für ein gelungenes Beispiel von überregionalem Stadtmarketing. Main-Echo Redakteur Alexander Bruchlos schreibt hierzu: „Die Stadträte begrüßten die gute Resonanz auf „Pracht und Glaube“. Kritische Wortmeldungen gab es offensichtlich keine.<br />
Glaube versetzt eben Berge und die Pracht von 1065% Werbekosten für 100% Einnahmen ist wirklich nur im öffentlichen Kulturbetrieb denkbar, Private würden solche Zahlen recht schnell in die Pleite treiben.</p>
<p>Hier mein Angebot an Dr. Thomas Richter: Die nächste thematische Sonderausstellung bewirbt das Colos-Saal-Team mit intensiver Pressearbeit und seinem Newsletter gratis mit, wenn das Museum im Gegenzug dafür 46.000,- Euro angedachte Werbekosten an die lebenden Kunstschaffenden Aschaffenburgs ausschüttet und mit dem Betrag einige ihrer Werke und Projekte ankauft. So wie ich unsere Klientel kenne, traue ich mindestens 10% unserer Newsletter-Empfänger zu, offen für eine Sonderschau über Aschaffenburger Kunstschätze zu sein. Das wären ca. 3600 potentielle Besucher.</p>

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		<title>Auf neutralem Gebiet …</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 16:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[… kam es gut drei Wochen nach der  ziemlich falschen Pressemeldung im Main Echo doch noch zu einer Aussprache zwischen mir und Claus Morhart, dem Chefredakteur des Main-Echo – dies sollte fairerweise nicht unerwähnt bleiben. Er lud mich zu Croissants ins Cafe Schwarzer Riese nach Aschaffenburg zu einer Aussprache ein. Siehe Blog-Artikel vom 11. Februar: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… kam es gut drei Wochen nach der  ziemlich falschen Pressemeldung im Main Echo doch noch zu einer Aussprache zwischen mir und Claus Morhart, dem Chefredakteur des Main-Echo – dies sollte fairerweise nicht unerwähnt bleiben. Er lud mich zu Croissants ins Cafe Schwarzer Riese nach Aschaffenburg zu einer Aussprache ein. Siehe Blog-Artikel vom 11. Februar: „Jack the Bottle-Ripper …“</p>
<p>Selbstverständlich nahm er seine Redakteure in Schutz, ließ aber auch erkennen, dass die ganze Berichterstattung nicht optimal gelaufen sei. Er signalisierte, dass er die Geschichte in der nächsten Redaktionsklausur noch einmal durchgehen werde.<br />
Thema unseres Gesprächs  war aber auch, ob die spaltenlangen Polizeiberichte in den Montagsausgaben des Main-Echo dem gerecht werden, was tatsächlich an jedem Wochenende in Aschaffenburg geschieht. <span id="more-80"></span><br />
Diese relativ kleine Stadt mit ihrem durchaus beachtenswertem Angebot an Kultur, Entertainment, Ausgehmöglichkeiten und Nightlife, um das uns die meisten Städte dieser Größenordnung beneiden, hat nun mal gerade am Wochenende Magnetfunktion für die jungen und aktiv gebliebenen Menschen des Umlandes. Zu Tausenden kommen sie in die Innenstadt und suchen das, was sie andernorts nicht finden. Wenn nun jeden Montagmorgen die paar Idioten das Geschehen in der Lokalzeitung dominieren, die irgendwelchen Mist gebaut haben, wirft das eigentlich ein völlig falsches Bild auf die anderen 99,9% der Besucher, die sich friedlich zwischen den Angeboten bewegen und eine gute Zeit dabei haben.</p>
<p>Für mich als langjähriger Beobachter des Aschaffenburger Nacht- und Taglebens sind die 99,9% die eigentliche Sensation, nicht die 0,1%, die aggressiv oder auf Stunk aus sind oder anderen das Leben schwer machen. Eine Zeitung darf relevante, negative Vorfälle auf keinen Fall verschweigen. Aber wie wird es gelingen, den Magneten Aschaffenburg mit seiner Angebotsvielfalt in all seinen Facetten zu beschreiben? Das könnte in Zukunft eine spannende Frage für die Stadtredaktion werden. Da waren sich Claus und Claus fast einig.</p>
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		<title>Musentempel als Steuergrab</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 11:54:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer das Main-Echo regelmäßig liest, wundert sich über die Fülle von Leserbriefen zu religiösen Themen. Es sind zwar oft die Gleichen, die da schreiben und ihre Sicht des wahren Glaubens der geneigten Leserschaft als unumstößliche Weisheit zum Frühstück präsentieren. Aber der Verlag hält diese Auseinandersetzung wohl für immens wichtig. Kein Wunder, war doch der Chefredakteur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer das Main-Echo regelmäßig liest, wundert sich über die Fülle von Leserbriefen zu religiösen Themen. Es sind zwar oft die Gleichen, die da schreiben und ihre Sicht des wahren Glaubens der geneigten Leserschaft als unumstößliche Weisheit zum Frühstück präsentieren. Aber der Verlag hält diese Auseinandersetzung wohl für immens wichtig. Kein Wunder, war doch der Chefredakteur früher bei einem kirchlichen Blatt angestellt. Auch die Freuden der Jagd scheinen für die Leserschaft  verdammt bedeutungsreich zu sein, die Anhänger des Waidwerks bekriegen sich verbal seitenlang mit den Vegetariern und Tierschützern. Überaus interessant für uns Spessartbewohner.</p>
<p>Andere Themen passen da natürlich nicht mehr ins Blatt. Hier ein Beispiel.<br />
Den Leserbrief, der gleich folgt, hatte ich Mitte November 2009 ans Main-Echo geschickt. Er kam zurück mit der ziemlich barsch formulierten und ohne Signatur versehenen Aufforderung, ihn zu kürzen, er sei zu lang. Das habe ich zähneknirschend gemacht, gedruckt wurde er trotzdem nicht. Ich hatte ihn auch an den Redakteur Peter Freudenberger geschickt, den Autor des Berichtes, auf den sich der Leserbrief bezog. Der wunderte sich in einem Telefonat darüber, warum er von seiner eigenen Redaktion nicht abgedruckt wurde, bot mir aber an, ein Pressegespräch zu dem Thema zu führen.<span id="more-57"></span></p>
<p>Der Termin für dieses Gespräch wurde von ihm aber zweimal abgesagt. Ich schätze Peter Freudenberger als Redakteur, Glossenschreiber und Krimiautor sehr, verstehe aber nicht, warum er von dem Thema abgelassen hat. Ich vermute, er wurde von seiner Redaktionsleitung zurück gepfiffen. Es geht immerhin um eine halbe Million Euro, die meiner Ansicht nach von der Stadtverwaltung Aschaffenburg gedanken- und konzeptionslos verschleudert wird – und dies fast jedes Jahr!<br />
Das ist zwar alles schon eine Weile her, aber nach wie vor topaktuell und kommt so ähnlich demnächst auch wieder, garantiert.</p>
<p>Doch urteilt selbst.</p>
<p><em><strong>Leserbrief zur Berichterstattung über die Verluste der Kongress- und Touristikbetriebe, Ausgabe Samstag, 14. November<br />
</strong>Leider ist es nur die halbe Wahrheit, die dem Stadthallensenat in der letzten Woche vorgelegt wurde. Die Stadt muss weit mehr als die im Bericht genannten 370.000,- Euro Verlust aus dem Stadthallenbetrieb drauf legen, denn sie ist über das Kulturamt einer der Hauptmieter der Stadthalle, zahlt dort tatsächlich beträchtlich Miete und gibt somit  insgesamt wesentlich mehr Geld für die Stadthalle aus, als öffentlich bekannt gegeben bzw. im Bericht von Stadthallenchef Lars Wöhler benannt wird.  Auch die Kosten für die Gebäudeinstandhaltung müssten hinzu gezählt werden, um das ganze Ausmaß des jährlichen Finanzdebakels Stadthalle richtig zu beziffern. Warum dies noch nie öffentlich geschehen ist, frage ich mich bereits seit Jahren. Warum noch kein Mitglied des Stadthallensenats darauf insistiert hat, den ganzen alljährlichen Schaden für den Steuerzahler über die Verwaltung beziffern zu lassen, ist mir ebenso ein Rätsel. Weiß das dort niemand? Will es niemand wissen?</em></p>
<p>Finanzreferent Dr. Gruber darf mir gerne widersprechen, dabei kämen vielleicht endlich mal die richtigen Zahlen auf den Tisch, aber ich vermute, dass die tatsächliche Summe des gesamten alljährlichen Betrages, die aus öffentlichen Mitteln, sprich aus Geldern des Steuerzahlers in die Nutzung der Stadthalle geht, recht nahe an der halben Million ist. Dies schon seit Eröffnung des Baus in ähnlichen Dimensionen jedes Jahr. Kann und darf man sich das weiterhin leisten angesichts der Finanzkrise, die ja nun auch Aschaffenburgs Haushalt schwer getroffen hat?</p>
<p>Der Oberbürgermeister, der Stadthallensenat, der Finanzreferent und der Stadthallenleiter erfüllen ihre gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben nicht mehr, wenn sie nicht sofort dieser Entwicklung entgegensteuern und alles tun, das Defizit schnellstens zu senken. Immer mehr Personal, immer höhere Verluste, da klingt es wie ein schwarzer Witz, wenn Lars Wöhler sagt, „mit dem jetzigen Personalstand könnten die Kongress- und Touristikbetriebe verstärkt strategisch planen“. Denn da gibt es nichts zu planen, da muss gehandelt werden.</p>
<p>Es gibt keinen Königsweg um solch einen Bau komplett in die schwarzen Zahlen zu fahren. Aber es gibt Konzepte, wie man mit einer Veranstaltungshalle wesentlich bessere Umsatzzahlen erzielen kann, als das bisher der Fall war. Die Stadthallenverwaltung tritt bisher fast nur als Vermieter auf und vergibt die Räume an private Veranstalter, die damit Geld verdienen. Ja warum um Himmels willen kommt denn keiner der Aschaffenburger Entscheidungsträger auf die wirklich sehr schlichte Idee, die Räume selbst zu nutzen, selbst Veranstaltungen anzubieten, selbst damit Geld zu verdienen, dadurch den Steuerzahler zu entlasten und vielleicht als schönen Nebeneffekt gleichzeitig das Programmangebot der Stadthalle aufzupolieren.</p>
<p>Mein Kollege Axel Teuscher vom Kabarett am Hofgarten zeigt seit Jahren der Stadt, wie das geht. Ich selbst mache es erst seit einem Vierteljahrhundert – vielleicht zu wenig Zeit für eine Verwaltung, sich das abzuschauen.  Sowohl Hofgartenkabarett als auch Colos-Saal wären längst pleite, würden wir ausschließlich auf Vermietung setzen. Nein, wir können nicht am Telefon darauf warten, bis der nächste Interessent anruft. Wir müssen uns mit unserer kompletten Mannschaft täglich unter Volleinsatz überlegen, wie wir unsere Räume mit Programmangeboten füllen, die die Menschen begeistern und für die sie bereit sind, in Scharen zu kommen und Geld dafür auszugeben. Bei uns kommt nicht am Monatsersten der Scheck der Stadtverwaltung und zahlt uns und unser Personal, wir sind gezwungen, erfolgreich darüber nachzudenken, was dem kulturinteressierten Publikum so alles gefallen könnte. Und wir müssen auch täglich Wege finden, wie wir aus dem Rest der Bevölkerung neue Kulturinteressenten machen können.</p>
<p>Die Stadtverwaltung müsste doch nur mal rüber schielen, in den Rossmarkt und in die Hofgartenstraße und sich das Prinzip abschauen: Programmangebote für ihren Saal entwickeln, auf Qualität setzen, intensiv bewerben und die Menschen dafür begeistern. Andere Städte haben das längst verstanden, stellen für ihre defizitären Hallen Programmmacher ein und verbessern damit ihre Einnahmenseite. Aschaffenburgs Verwaltung und Stadtrat hat zwei äußerst erfolgreiche Beispiele direkt vor der Nase und will es trotzdem nicht begreifen. Der Veranstaltungsmarkt ist ein Zukunftsmarkt mit hohen Wachstumsraten und kein Gesetz verbietet es einer Kommune mit defizitärer Halle, sich daran zu beteiligen. Ihr Entscheidungsträger für die  Stadthalle braucht einen guten „Booking Agent“ und wenn Ihr den nicht findet, dann sprecht halt mal mit Hofgarten und Colos-Saal. Wir sind bereit zu einer public-private partnership! Wir helfen gerne und zeigen euch, wie man mit Programmangeboten Geld verdient und dabei den Stadthaushalt entlastet.</p>
<p>Mir ist schon bekannt, dass Kommunen bei Kulturangeboten bislang nur gelernt haben, Geld auszugeben. Einnahmen sind irgendwie gar nicht vorgesehen. Da muss halt jetzt endlich mal wirtschaftlich umgedacht werden, sonst werden wir das „traurige Bild“, das laut Kommentator Peter Freudenberger der Stadthallensenat wieder mal abgegeben hat, bei jeder weiteren Sitzung erneut erleben, und der Streit zwischen den Parteien, von denen bislang noch keine einen vernünftigen Lösungsvorschlag gemacht hat, wird jedes Jahr heftiger.</p>
<p><em>Claus Berninger</em></p>
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		<title>Vier Croissants für Beckmessereien</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 11:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Berninger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Faschingsdienstag,  16. Februar, 11 Uhr: Main-Echo Chefredakteur Claus Morhart ist wach geworden, zeigt immerhin Humor, aber keine Einsicht. Er schickt mir eine Tüte mit Backwaren nebst Begleitbrief ins Büro. Drei Croissants sei er mir schuldig, dass vierte sei für den Schrecken, der mich beim Lesen des beigefügten Briefs ereilen könnte. Ich schätze, ich muss das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Faschingsdienstag,  16. Februar, 11 Uhr:<br />
</strong>Main-Echo Chefredakteur Claus Morhart ist wach geworden, zeigt immerhin Humor, aber keine Einsicht. Er schickt mir eine Tüte mit Backwaren nebst Begleitbrief ins Büro. Drei Croissants sei er mir schuldig, dass vierte sei für den Schrecken, der mich beim Lesen des beigefügten Briefs ereilen könnte. Ich schätze, ich muss das vierte Hörnchen wieder zurück schicken, der Schrecken blieb aus.<span id="more-54"></span></p>
<p>Reichlich schwurbelig belehrt er mich darüber, dass seine Redaktion nicht so ausgestattet sei, dass sie alle Polizeimeldungen gegenprüfen kann, schreibt aber nicht, warum er sie dann trotzdem abdrucken lässt. Es zwingt ihn ja keiner.<br />
Er behauptet im Brief auch meine Intention zu begrüßen, mehr Wettbewerb in Sachen Öffentlichkeit herstellen zu wollen. Aber der Chefredakteur geht gleich wieder mit ihm durch: „Wettbewerb hat weitere Vorteile. Konkurrenz wird dem Leser zeigen, wo er begründete Urteile über Personen findet und wo er nur Beckmessereien und Selbstdarstellungen antrifft. Wettbewerb wird dem Publikum demonstrieren, dass der kürzere Text über ein Ereignis oft der bessere ist.“</p>
<p>Hallo Claus, mein Chefredakteur bis Du nicht und ich schreibe so ausführlich, wie ich will. Ich lese daher auch lieber den Spiegel als den Focus, weil mir ersterer mehr in die Tiefe geht. Und selbstverständlich gibt es eine Selbstdarstellung wenn das Main-Echo gleich dreimal hintereinander Quatsch schreibt. Das Schreiben hat sogar richtig Spaß gemacht.</p>
<p>Und gleich im Anschluss hätte  ich schon wieder eine nette kleine Beckmesserei. Da geht es dann, lieber Claus Morhart, nicht mehr um herbei geschriebenen Imageschaden für den Colos-Saal, sondern um Deine und meine Steuergelder, und um die aller anderen Bewohner und Gewerbetreibenden in Aschaffenburg. Ein Thema, das in Deinem Blatt leider nicht mit der nötigen Tiefe stattfindet. Siehe weiter oben.</p>
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