Vier Croissants für Beckmessereien
Faschingsdienstag, 16. Februar, 11 Uhr:
Main-Echo Chefredakteur Claus Morhart ist wach geworden, zeigt immerhin Humor, aber keine Einsicht. Er schickt mir eine Tüte mit Backwaren nebst Begleitbrief ins Büro. Drei Croissants sei er mir schuldig, dass vierte sei für den Schrecken, der mich beim Lesen des beigefügten Briefs ereilen könnte. Ich schätze, ich muss das vierte Hörnchen wieder zurück schicken, der Schrecken blieb aus.
Reichlich schwurbelig belehrt er mich darüber, dass seine Redaktion nicht so ausgestattet sei, dass sie alle Polizeimeldungen gegenprüfen kann, schreibt aber nicht, warum er sie dann trotzdem abdrucken lässt. Es zwingt ihn ja keiner.
Er behauptet im Brief auch meine Intention zu begrüßen, mehr Wettbewerb in Sachen Öffentlichkeit herstellen zu wollen. Aber der Chefredakteur geht gleich wieder mit ihm durch: „Wettbewerb hat weitere Vorteile. Konkurrenz wird dem Leser zeigen, wo er begründete Urteile über Personen findet und wo er nur Beckmessereien und Selbstdarstellungen antrifft. Wettbewerb wird dem Publikum demonstrieren, dass der kürzere Text über ein Ereignis oft der bessere ist.“
Hallo Claus, mein Chefredakteur bis Du nicht und ich schreibe so ausführlich, wie ich will. Ich lese daher auch lieber den Spiegel als den Focus, weil mir ersterer mehr in die Tiefe geht. Und selbstverständlich gibt es eine Selbstdarstellung wenn das Main-Echo gleich dreimal hintereinander Quatsch schreibt. Das Schreiben hat sogar richtig Spaß gemacht.
Und gleich im Anschluss hätte ich schon wieder eine nette kleine Beckmesserei. Da geht es dann, lieber Claus Morhart, nicht mehr um herbei geschriebenen Imageschaden für den Colos-Saal, sondern um Deine und meine Steuergelder, und um die aller anderen Bewohner und Gewerbetreibenden in Aschaffenburg. Ein Thema, das in Deinem Blatt leider nicht mit der nötigen Tiefe stattfindet. Siehe weiter oben.
