Warum will Claus in den Rat?

„Ein wenig Rock ‘n‘ Roll schadet dem Stadtrat nichts“. Macht der Berninger nun Spaßwahlkampf? Will er den Politclown geben? Dicke Lippe riskieren? Oder den Stadtrat aufmischen?

Nein, meine Hübschen! Der Claus meint es sehr ernst! Vielleicht mal das vorweg: Politik interessiert mich schon seit Jahrzehnten und meine politische Verwurzelung bei den GRÜNEN begann bereits Anfang der 80er Jahre, als es los ging mit der Bewegung. Mitglied bin ich seit fast 14 Jahren und die Ideen und Ziele der GRÜNEN teile ich fast uneingeschränkt. Was meine GRÜNEN MitstreiterInnen und ich gemeinsam in Aschaffenburg bewegen und ändern wollen, könnt Ihr in unserem ausführlichen Programm nachlesen.

Allerdings habe ich auch eine sehr persönliche Agenda:
Ich trete zur Aschaffenburger Stadtratswahl 2014 an mit dem Ziel, dafür zu sorgen, in Aschaffenburg endlich umfassend über Kultur zu diskutieren. Hier sind meine Thesen nach 30 Jahren Beobachtung der städtischen Aschaffenburger Kulturangebote:

1. Das Programm ist stellenweise überaltert.
Besonders im Bereich Musik wird deutlich, dass sich die künstlerischen Highlights aus den Bereichen Pop, Rock, Jazz, Singer/Songwriter und Worldmusic nur in ganz seltenen Ausnahmefällen im Programm wiederfinden.

2. Stadttheater und Stadthalle erreichen nur noch einen Bruchteil der Aschaffenburger Bevölkerung.
Besonders im Stadttheater, das hohe öffentliche Mittel für die Programmgestaltung verwendet, ist eine bestimmte Klientel von Klassik-Liebhabern Hauptnutznießer der städtischen Gelder. Ich wage es wirklich zu bezweifeln, dass ausgerechnet diese Gruppe so bedürftig ist, als dass der Steuerzahler grundsätzlich für ihre kulturellen Vorlieben aufkommen müsste. Meine Beobachtungen lassen eher den Schluss zu, dass sich im Stadttheater eine wohlsituierte Klientel, überwiegend aus dem Bildungsbürgertum stammend, seine kulturellen Vorlieben von der Allgemeinheit gerne bezuschussen lässt.

3. Alle städtischen Veranstaltungen sind für den Konsumenten verbilligt, da die Eintrittspreise nicht die tatsächlichen Kosten abdecken müssen.
Wenn die Stadt bereit ist, insgesamt die stolze Summe von sechs Millionen Euro jährlich in Kultur (nur Theater und Museen) zu investieren, muss gewährleistet sein, dass auch ein möglichst großer Anteil der BürgerInnen davon profitiert. Dies ist für mich eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Über drei Millionen alleine für das Stadttheater, damit sollte es schon gelingen, die Menschen Aschaffenburgs für ihr Stadttheater zu begeistern – möglichst alle Menschen.

4. Was zwingt uns eigentlich dazu, unser Stadttheater immer nur als bemüht festliche, weihevolle, leicht angestaubte und steife Stätte der sogenannten Hochkultur zu begreifen, als dass es sich in den letzten Jahren darzustellen versucht?
Ich persönlich würde vorziehen, es künftig als lauten und attraktiven „Tempel der kulturellen Begierden“ neu kennen zu lernen. Das Theater als Spielzentrum der städtischen Kultur sollte sich noch weiter öffnen, bunter, frecher, moderner, lauter, anziehender werden und mit breiter, qualitativer Angebotsvielfalt die BewohnerInnen Aschaffenburgs begeistern – sowohl die Alten als auch die Jungen. Ob dies in Zukunft mit dem Beharren alleine auf die Sparten klassische Musik, Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Theater und Tanztheater gelingen wird, wage ich zu bezweifeln. Die Frage muss dringend im neuen Stadtrat diskutiert werden. Ich kann es auch gerne überspitzt formulieren: „Wann werden uns die letzten Abonnenten des derzeitigen Programms aus Altersgründen fehlen?“

5. Der unsägliche Theatervorplatz mit der Kopfgeburt einer Sonnenuhr, welche die erweiterte Nutzung dieses nach öffentlichen Veranstaltungsangeboten schreienden „Open Air Venues“ verhindert, strahlt nichts weiter als Langeweile aus.
Die neue, eigentlich sehr schicke Fassade des Theaters, erinnert bislang an ein leeres Kühlhaus. Bis auf einen bescheidenen Plakatständer lässt tagsüber nichts erkennen, dass hier das bunte, kulturelle Leben tobt (oder noch nicht tobt). Das Foyer des Theaters erinnert in der ersten halben Stunde nach Öffnung an einen langweiligen Bahnhofswartesaal mit erdrückender Atmosphäre des Schweigens für die frühen Besucher. Warum nicht ein hübscheres Empfangslichtkonzept, ein wenig musikalische Untermalung des Einlasses, Plakate mit den künftigen Veranstaltungen und gerne auch ein wenig mehr Kunst im Foyer. Wärme und Leben statt Kälte und Steifheit. Anziehen statt Abschrecken. Inhalt statt würdevoller Formbewahrung. So überwindet man Schwellenängste insbesondere bei jüngeren Besuchern (und damit meine ich leider mittlerweile bereits die komplette Altersgruppe U-60).

6. In den vergangenen Jahrzehnten haben es bestimmte Personen und Gruppen verstanden, sich ihre Projekte aus Mitteln des Kulturhaushalts, also aus Steuergeldern mitfinanzieren zu lassen.
Auch hier tun sich wieder die Anhänger der klassischen Musik hervor und haben eine Selbstbedienungsmentalität entwickelt, die mich als kommerziellen Veranstalter, der für den Colos-Saal städtische Zuschüsse grundsätzlich ablehnt, jedes Jahr erneut ins Staunen und in Wallung bringt. Anstatt darüber nachzudenken, wie die Liebhaber dieser Projekte über den Eintrittspreis die Veranstaltungen selbst finanzieren könnten, wird grundsätzlich auf Mittel der Allgemeinheit zurück gegriffen.
Es gibt viele Beispiele von Selbstbedienung, die auch noch völlig kritiklos im Kultursenat durchgehen. Ein Beispiel: Der Philharmonische Verein lässt sich Jahr für Jahr seine special interest Veranstaltung „Champagner Musicale“ bezuschussen, für 2014 immerhin mit 10.000,- Euro. Dabei wirbt er damit, dass die Veranstaltung immer ausverkauft ist. Mit anderen Worten: Jeder der gut 1000 Besucher dieser Veranstaltung in der Stadthalle erhält von der Allgemeinheit etwa 10,- Euro geschenkt. Und wenn ich mir die Besucherstruktur dieser Veranstaltung anschaue, habe ich größte Zweifel daran, ob dieses Zubrot überhaupt nötig ist, oder ob es nicht problemlos möglich wäre, den Eintrittspreis einfach um 10,- Euro zu erhöhen und somit die finanzielle Last auf die „Verursacher“, also die Interessenten und Besucher umzulegen, anstatt auf die Allgemeinheit.
So müsste es zumindest jeder Privatveranstalter machen. Und es sind nicht die einzigen Finanzmittel, die der Philharmonische Verein von der Stadt erhält. Die schlichte Begründung für den Zuschuss seitens der Stadt lautet: „Die Veranstaltung würde sonst nicht stattfinden.“ Mir geht da die Hutschnur hoch, denn ich wüsste auf Anhieb jede Menge Veranstaltungsformate, die nicht in Aschaffenburg stattfinden und keine Lobby haben, die es verstünde, Geld erfolgreich von der Allgemeinheit los zu eisen.
Insgesamt wurden erst kürzlich 65.000,- Euro für ähnliche Veranstaltungen und weitere Gruppen als städtische Zuschüsse bewilligt – alles für Projekte, die der klassischen Musik zuzuordnen sind (welche soundso schon im Programm des Kulturamtes mit riesigen Zuschüssen verwöhnt wird).

7. Setzen wir die Summe anderen Beispielen gegenüber: Der Jahres-Etat des Städtischen Rockbeauftragten liegt bei gerade mal 27.000,- Euro,
der immer wieder in die Kritik geratende Jahres-Zuschuss des Kabaretts am Hofgarten liegt bei nur 20.000,- Euro. Für Theaterkonzerte stehen gut 547.000,- Euro Ausgaben im Etat 2013. Mit 180.000,- Euro Einnahmen wird gerechnet. Somit wird jede städtische Konzertkarte mit rund zwei Dritteln aus öffentlichen Mitteln bezuschusst. Zur Kostendeckung müsste die Karte also das Dreifache kosten. Toll, dass sich Aschaffenburg das leisten kann. Für mich ist nur die Frage, wieviele Menschen von dieser Bezuschussung überhaupt profitieren? Es ist eine kleine Minderheit der Theaternutzer, die dann auch noch als Abonnenten weitere Vergünstigen erhalten. Wir alle zahlen somit über unsere Steuergelder und nur wenige profitieren davon. Eine höchst ungerechte Veranstaltung, vermutlich auch noch für eine Gruppe von Besserverdienenden, die es überhaupt nicht nötig hätten, sondern locker für ihr Ticket in die eigene Tasche greifen könnten.

8. Die Stadt pflegt ein System, bei dem sich die Katze in den Schwanz beißt.
Befragungen des vorhandenen Theaterpublikums durch das Kulturamt bestimmen die weitere Programmgestaltung. Mit anderen Worten: die kleine Gruppe der bisherigen Theaternutzer wird nach ihren Wünschen und Vorlieben gefragt und zementiert selbstverständlich das Vorhandene. Was sonst? Die Restbevölkerung wird nie gefragt. Sie zahlt für die User einfach mit und hat keinen Einfluss auf das Programm. Der Kultursenat, also das demokratische Regulativ der Kulturverwaltung, stellt bislang keine Fragen sondern nickt meist einstimmig alles ab, was aus dem Kulturamt an Programmvorschlägen kommt. Dem Kulturamt unterstelle ich, sein Programm eigentlich nach bestem Wissen und Gewissen, allerdings im Blindflug zusammen zu stellen, fehlen doch in Aschaffenburg jegliche politischen Überlegungen und Konzepte, wie öffentlich geförderte Kultur in der Gegenwart aussehen könnte, welche Schwerpunkte es denn im Jahre 2014 und folgenden geben sollte und in welchen Kulturbereichen Förderung überhaupt nötig ist.

9. Es mangelt in Aschaffenburg an Transparenz und Gerechtigkeit im kulturellen Födersystem.
Oder weiß irgend Jemand meiner Leser tatsächlich, wer jährlich wieviel  aus dem Topf der Allgemeinheit erhält? Kennen neue kulturell tätige Gruppen und Initiativen die allgemein gültigen Föderrichtlinien der Stadt Aschaffenburg und wissen sie sie zu nutzen? Gibt es überhaupt Richtlinien? Müssen wir weiterhin alljährliche Selbstbedienungsautomatismen pflegen oder sollten wir nicht endlich mal das komplette System untersuchen und dabei Kosten und Nutzen für die Allgemeinheit überprüfen? Ziemlich nebulös klingt beispielsweise der Punkt 8 des offiziellen Wahlprogramms der Oberbürgermeister-Partei SPD, die schreibt: „Wir fördern ein vielfältiges Kulturleben mit freien Trägern und städtischen Einrichtungen. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen unabhängig von Herkunft oder finanziellem Status teilnehmen können.“ Toll formuliert, nur müssten diesbezüglich der Oberbürgermeister und seine Partei erst mal ihre Hausaufgaben machen und das bestehende System einer intensiven Prüfung unterziehen. Die meisten Aschaffenburger nehmen nämlich schon lange nicht mehr teil, denn sie finden für sich persönlich nichts Attraktives im Programm.

10. Aschaffenburgs Verwaltung stellt sich blind.
In benachbarten Städten wie Darmstadt (Centralstation), Frankfurt (Mousonturm und andere), Mainz (Frankfurter Hof) und Wiesbaden (Schlachthof) wird schon seit Jahren und Jahrzehnten moderne Musik finanziell bezuschusst, mit teils unglaublichen Summen. Es sind städtische Einrichtungen, die all die Highlights abdecken, die sich mittlerweile in den oben erwähnten Musikgenres tummeln. Denn leider gilt fast überall in der Kultur, dass künstlerische Qualität nicht zwangsläufig mit kommerziellem Erfolg zu tun hat. Bei den hochwertigen Veranstaltungen ist immer das Risiko gegeben, dass zu wenig Publikum zur Gegenfinanzierung der Veranstaltungskosten und Gagen kommt – zumindest anfangs. Daher werden in der Regel ausgerechnet genau diese hochwertigen Musikbeiträge von Privatveranstaltern nicht angeboten. Sie/wir scheuen das Risiko. Die Nachbarstädte haben dies längst erkannt und holen sich mit Mitteln der Kulturförderung die interessantesten Künstler auf ihre Bühnen und begeistern damit die unterschiedlichsten Kulturliebhaber in mittlerweile fast allen Altersgruppen. Aschaffenburg aber verpasst in dieser Hinsicht bislang den Anschluss. Warum nur? Unser Stadttheater ist die optimale Bühne für Konzertantes aus der großen, bunten Musikwelt! Und eine Stadthalle für ein größeres Publikum hätten wir auch noch – aber die Stadthalle ist wieder eine anderes und ebenso unbefriedigendes Thema, welches einen eigenen Blog verdiente.

Konkurrenz zu privaten Veranstaltern?

In Aschaffenburg ist angesichts dieser Zusammenhänge immer wieder von den Verantwortlichen zu hören, man mache im Bereich der modernen Musik deshalb nichts, um den privaten Veranstaltern keine Konkurrenz zu machen. Dies halte ich für ausgesprochen unehrlich und erachte es als Ausrede für konzeptionelle Untätigkeit und kulturelle Trägheit. Ich bin selbst ein privater Veranstalter und würde qualitative städtische Programmkonkurrenz sehr wohl begrüßen. Die Tatsache, dass ich mich mit meinem Colos-Saal-Programm immer wieder um wertige und neu zu entdeckende Kulturhighlights kümmere und sie ins Programm aufnehme, trotz unternehmerischer Sachzwänge, dürfte mittlerweile bekannt sein. Und trotzdem muss ich immer noch Vieles auslassen. Hier könnten Kultursenat und -amt einspringen und dabei gleichzeitig die Besucherzahlen und Akzeptanz des Stadttheaters erheblich ausweiten. Ob das auf Dauer die Stadt wirklich viel kostet, wage ich stark zu bezweifeln.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn ich die letzten 30 Jahre der kulturellen Gesamtentwicklung Aschaffenburgs Revue passieren lasse, sehe ich, dass mit der Anzahl der Angebote auch die Anzahl des Publikums zunimmt. Es gab meines Wissens noch nie soviele unterschiedliche kulturelle Anbieter in dieser Stadt, wie heute, zählt man offenen Auges alles mit – von der Hoch- bis zur Subkultur. Und alle finden ihr Publikum. Es ist auch kein Wunder: Kultur öffnet einer Stadt die Augen. Kultur macht Lust auf mehr Kultur. Aber Kulturgenuss muss man erst lernen und man lernt nur dort, wo Kultur auch stattfindet.

Ich habe vor knapp 30 Jahren meinen Veranstalterberuf deshalb beginnen können, weil mir die städtische Kulturpolitik eine riesige Lücke offen gelassen hat. Die damals noch recht übersichtliche Szene von Liebhabern der aktuellen Musikwelten wurde weder wahr genommen noch bedient. Ich war ein junger Hüpfer mit noch recht begrenztem musikalischen Horizont. Wie mir ging es fast allen jungen Menschen in der Region: Angesichts unserer musikalischen Sozialisation war einfach nichts geboten rund um Aschaffenburg. Heute, 30 Jahre danach und mit meinem mittlerweile fast unbegrenzten musikalischen Horizont hat sich im städtisch finanzierten Programmangebot diesbezüglich nicht wirklich viel verändert. Meine AltersgenossInnen haben bereits erwachsene Kinder, denen das Theaterangebot ebenfalls gerade mal am Hintern vorbei geht. Ich nenne dies Stillstand. Und er passiert bereits in der zweiten Generation.

Wie ist das Dilemma zu lösen? Hier meine Vorschläge

1. Ich will Niemandem etwas weg nehmen, sondern rege an, das städtische Programm massiv auszuweiten und zu ergänzen.

2. Es ist auch der Stammklientel zumutbar, die bisherigen Programmangebote und ihre Akzeptanz untersuchen und gegebenfalls entschlacken zu lassen.

3. Der Kultursenat muss seine Arbeit machen, kulturelle Visionen und Vorgaben entwickeln mit dem Ziel, mehr Menschen als bisher zu erreichen. Nur er hat die Möglichkeit, Programmerweiterung zu fordern und sie vom Kulturamt umsetzen zu lassen.

4. Schafft es der Kultursenat nicht alleine, neue Programmrichtlinien zu erstellen, rate ich zu einem sorgfältig zusammengestellten Kulturbeirat, der die Stadträte fachlich unterstützt.

5. Gerechte Förderrichtlinien im Kulturbereich müssen entwickelt werden und Routinebezuschussung muss auf ihren Nutzen für die Allgemeinheit abgeklopft werden. Transparenz bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln ist zwingend notwendig.

6. Ich halte es für wesentlich, auch die Einnahmen aus Kultur im Auge zu behalten und zu erhöhen. Kultur hat ihren Preis, es stecken Arbeitsplätze und Existenzen dahinter. Ich bin dagegen, Kultur zu verschleudern. Der Grundpreis einer Eintrittskarte sollte wenn immer möglich schon recht nahe an die Kostendeckung gehen. Man muss nicht alles auf Teufel-komm-raus subventionieren. Für die wirklich bedürftigen Menschen, sofern sie überhaupt kulturell partizipieren, darf es gerne finanzielle Sonderregelungen und Vergünstigungen geben, die von der Allgemeinheit bezahlt werden.

7. Mehreinnahmen würde ich persönlich gerne gleich wieder in die Programmausweitung und somit in die Kultur stecken. Insofern rate ich zu Doppik statt Kameralistik im Sektor Kultur.

Ich erhebe somit die Stimme für eine sehr große Szene von Kulturliebhabern, deren musikalische Leidenschaften ich mittlerweile so gut kenne, dass meine Mitarbeiter und ich sogar davon leben und existieren können. Ich trete zur Wahl an, um, sofern tatsächlich gewählt, die anderen StadträtInnen mittelfristig davon zu überzeugen, dass nun endlich Bewegung ins Spiel kommen muss, wenn wir den kulturellen Anschluss nicht verpassen wollen. Und ich bin überzeugt davon, dass zumindest die Mehrzahl der jüngeren StadträtInnen kräftige Erneuerung begrüßen werden – überparteilich, by the way.

Ich, als Fachidiot, habe mich in diesem Artikel ausdrücklich auf das musikalische Kulturangebot der Stadtverwaltung bezogen und kann andere Bereiche fachlich nicht kritisieren. Aber ich höre auch ernstzunehmende Stimmen, die sich kritisch über die Theater- und Schauspielangebote der Stadt auslassen. Ich sehe jetzt schon viele Programmpunkte leichte Muse und reichlich Boulevardtheater im Programm, das nicht unbedingt dem sogenannten „Kulturauftrag“ der Stadt, so wie ich ihn verstehe, Rechnung trägt. Daher müsste man wahrscheinlich auch in anderen Kulturbereichen überprüfen, ob wir noch zeitgemäß an der kulturellen Fortentwicklung teilnehmen.

Im laufenden Wahlkampf sind die GRÜNEN die einzigen, die sich mit dem Thema Kultur überhaupt ernsthaft auseinander setzen und dabei auch noch ein Konzept haben. Es ist bei weitem nicht das einzige Thema, das mich beschäftigt. Doch einer der vielen Gründe, warum ich für den Stadtrat kandidiere. Für mich macht erst Kultur eine Stadt lebenswert.

Ein Gedanke zu „Warum will Claus in den Rat?“

  1. Angesichts der immensen Summen, die im Kulturhaushalt zur Verfügung stehen, muss ich immer wieder darüber schmunzeln, dass das Kulturamt sich vehement verweigert hat unsere kulturelle Basisarbeit (ein Musik-Magazin für und über die Aschaffenburger Metal-Szene) in irgendeiner Form zu unterstützen. Vielleicht sollten wir es das nächste Mal mit Klassik versuchen…

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